Man kann den Kindern sagen, was man will,…

12.03.2011

… am Ende machen sie doch nur das nach, was ihnen ihre Eltern vormachen. Dieser Ausspruch eines Bekannten bewahrheitete sich in der Vergangenheit mehrfach. Heute war wieder so ein Erlebnis…

Heute während meiner Hunderunde hörte ich hinter mir eine Fahrradklingel. Das klingt auf den ersten Blick nicht wirklich besonders, allerdings sollte ich hinzufügen, dass es seit zwei Jahren die erste Klingel ist, die ich hier in Bayern gehört habe. Wobei ich regelmäßig den Hund Gassi führe und somit, insbesondere in den gemütlicheren Monaten, ständig von Radfahrern überholt werde.

Diese Klingel gehörte einem kleinen Mädchen, dem vielleicht bei einer Verkehrsstunde in der Schule erzählt wurde, wie wichtig es doch ist, als Radfahrer zu klingeln, damit die Leute vor einem Bescheid wissen, dass man gleich vorbeifährt. Vorbildlich hat sich die Kleine daran gehalten.

Fünf Minuten später brauste ein etwas älterer Radfahrer jedoch an mir vorbei, ohne zu klingeln. Da die gesamte Breite des Weges durch mich, der rechts ging, den Hund, der links ging, und die Leine, die uns beide verband, versperrt war, musste er dazu auf den Grünstreifen ausweichen, der zwischen Hauptstraße und Nichtmotorisiertenweg ein Nischendasein fristet.

Für diesen Mann war es offensichtlich mehr Aufwand, zu klingeln, als über den Grünstreifen zu fahren. Ganz ohne ist das übrigens nicht, denn schräg ist er auch, die Straße liegt etwas erhöht oder der andere Weg etwas tiefer, so genau weiß ich es nicht.

Wahrscheinlich hat er sich auch noch geärgert, dass ich ihm den Weg versperrt habe. Warum hat er nicht geklingelt? Ich werde es wohl nie erfahren.

Vermutlich wird das Mädchen, sobald es älter wird, feststellen, dass die Erwachsenen, die eigentlich die Vernunftbegabten sein sollen, nicht klingeln und es nachmachen. Wer weiß, vielleicht fährt es in zehn Jahren auch lieber über den Grünstreifen?