Ganz oder gar nicht – Copyleft-Lizenzen

26.03.2011

In „GPL – Bekenntnis zur Freiheit“ schrieb ich über die Vorteile von Freie-Software-Lizenzen, die eine Verwendung von Quellcode nur unter gleichen Bedingungen zulassen, mit dem prominenten Vertreter GPL, im Gegensatz zu Lizenzen, die auch eine Verwendung in proprietärer Software erlauben. Erstere (wie eben die GPL) enthalten ein sogenanntes Copyleft.

Bestätigt wurde meine Ansicht nun mit der Meldung, dass Google den Android-3.0-Quellcode vorerst unter Verschluss hält. Es dürften nicht alle Teile betroffen sein, auch wenn es aus der Nachricht nicht hervorgeht. Der Kernel beispielsweise basiert auf Linux, ist GPL(-v2)-lizensiert und Google muss den Quelltext an diejenigen herausgeben, denen sie Android geben, sonst handelt es sich um eine Lizenzverletzung. Für den Rest gilt, dass damit Android 3.0 derzeit (bis zur Sourcecode-Veröffentlichung) in Teilen proprietäre Software ist.

Die Folgen sind deutlich:

Selbst die Hersteller, die derzeit Honeycomb-Tablets ausliefern, dürfen Android 3.0 derzeit nicht anpassen, wie gestern bekannt wurde.

Genau das ist einer der Nachteile proprietärer Software – Anpassungen sind nicht beziehungsweise nur im vom Hersteller vorgegebenen Rahmen möglich.

Damit wird auch der von vielen für einen Fanatiker gehaltene Richard Stallman bestätigt, der Copyleft als pragmatischen Idealismus bezeichnet hat.