Heise siegt gegen Musikindustrie

13.04.2011

Der Kampf dauerte über sechs Jahre. Von Januar 2005 an führte die Musikindustrie einen Kampf gegen Heise wegen eines Artikels über eine Software, die einen Kopierschutz umgehen kann, und insbesondere eines Links zum Hersteller. Nun entschied der BGH gegen ein Linkverbot. Das Setzen der Links durch Heise war rechtens.

Im Prinzip ist das eine gute Nachricht, es bleibt aber ein fader Nachgeschmack. Denn die Kosten für einen solchen langanhaltenden Rechtsstreit, der sich vom LG München über das OLG München bis hin zum BGH zog, sind enorm und es war keineswegs ersichtlich, dass Heise den Prozess gewinnt. LG und OLG gaben beide der Musikindustrie Recht, was den Link betraf, dieser sollte nicht gesetzt werden dürfen. Erst der BGH entschied nun anders.

Ich bin mir sicher, dass Heise beträchtliche Summen vorstrecken musste, was beispielsweise Anwaltskosten angeht, diese werden nun von der Musikindustrie übernommen. Das ging nur, weil es sich um einen Verlag handelt, der über ausreichend Finanzmittel verfügt. Hätte eine Privatperson den Artikel verfasst und auf ihrer Seite veröffentlicht, hätte sie kaum den Atem gehabt, zu ihrem Recht zu kommen. Ihr wären hohe Kosten entstanden und vielleicht hätte sogar der ganze Artikel entfernt werden müssen.

Wie so oft bekommt eben in Deutschland vor allem derjenige sein Recht, der sich dessen Durchsetzung leisten kann.