Kein Kommentar!

In meinem Blog sind keine Kommentare erlaubt, obwohl die Software Drupal diese durchaus zulassen würde. Warum ist das so?

Zunächst ist die Rechtslage zu nennen, diese ist in Deutschland für jemanden, der Kommentare auf seinem Blog zulässt, ist, vorsichtig ausgedrückt, risikoreich. Äußerungen, die schlimme Dinge enthalten und zu lange stehenbleiben, nachdem ich davon Kenntnis erlangt habe, werden mir zugerechnet und ich muss dann dafür geradestehen. „Kenntnis erlangen“ ist hierbei allerdings zuviel gesagt – es reicht beispielsweise, wenn der Hinweis in meinem E-Mail-Postfach gelandet ist (die Beweislast hierüber trägt allerdings die Gegenseite). Im Urlaub zu sein wäre also keine Entschuldigung. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, dem zu begegnen.

Zum einen kann ich permanent erreichbar sein. Für Notfälle (Krankenhaus zum Beispiel) müsste ich noch jemanden benennen, der aufpasst. Eine solche Erreichbarkeit kann und will ich nicht aufrechterhalten.

Zum anderen gäbe es die Möglichkeit, Kommentare erst nach einer manuellen Freischaltung zu veröffentlichen. Das ist meines Erachtens noch weniger praktikabel – es bremst jede Diskussion massiv aus, zudem gäbe es immer wieder große Zeitfenster, in denen ich schlicht nicht moderieren würde. Ich kenne so etwas und finde es selbst mehr als frustrierend, wenn ein Beitrag lange unveröffentlicht herumliegt. Ein weiteres Problem kommt hinzu – ich hätte von vornherein von allen Kommentaren Kenntnis und müsste also direkt eine Vorauswahl treffen. Falls rechtswidrige Äußerungen getätigt werden und ich diese nicht erkenne, bin ich sofort selbst dran. Als juristischer Laie ein gefährliches Minenfeld, dass ich nicht gewillt bin zu betreten.

Neben der rechtlichen Situation gibt es weitere Gründe gegen eine Kommentarfunktion: Macht. Wenn die Administration gleichzeitig Diskussionsteilnehmer ist, so besteht ein erhebliches Ungleichgewicht, da einer Seite Maßnahmen wie Sperren oder Löschen zur Verfügung stehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bisher in jedem solchen Falle diese Machtmittel auch tatsächlich eingesetzt wurden. Bei meinem eigenen Blog wäre zwar ich selbst der Nutznießer, als jemand, der Machtverhältnisse ablehnt würde ich mich dabei jedoch immer unwohl fühlen. Zudem müsste ich mich bei jedem Kommentar, der aus irgendeinem Grund vielleicht doch verändert oder gelöscht werden müsste, ob ich das nun wirklich tue, weil es notwendig ist oder vielmehr weil mir der Inhalt nicht zusagt.

Hinzu kommt noch eine Eigenschaft von mir – ich lasse, wenn ich an einer Diskussion beteiligt bin, ungern etwas stehen, was meinen Aussagen dort widerspricht und in meinen Augen falsch ist. Eine Kommentarfunktion würde also beträchtliche Ressourcen abziehen, die vielleicht gar nicht so interessant oder eher nebensächlich sind.

Zu guter Letzt müsste ich mich natürlich auch um die Spam-Bekämpfung kümmern. Wozu ich wie jeder andere wenig Lust habe.

Ergo: Keine Kommentar!